Peter Lerch, einer der beiden Kellermeister der Weinfreunde Neudorf e. V., hatte die richtigen Worte gefunden:
"Der Sommer hat es dieses Jahr gut mit unseren Trauben gemeint. Die haben jetzt aber genug von der Sonne und wollen in den kühlen Keller. Also steht die Lese an. Wir treffen uns am kommenden Samstag, 12.09,2026, ab 9:00 Uhr mit Eimer und Schere am Weinberg."

Tatsächlich sahen die Reben an den Weinstöcken im Neudorfer Weinberg am Tag der Ernte ziemlich gut aus. Der trockene und heiße Sommer hatte sowohl für eine gute Menge als auch für eine gute Qualität des Rebguts gesorgt. Auch dank der Pflegemaßnahmen im Weinberg waren die Reben in 2026 von Pilzkrankheiten wie dem Falschen Mehltau verschont geblieben, der schon mehrfach (2012, 2016, 2021) für große Ernteausfälle verantwortlich war. Leider hatte es in den letzten Tagen vor der Weinlese noch ein wenig Fäulnis an den Reben gegeben, was mit erhöhtem Aufwand bei der Weinlese verbunden ist: Die faulen Früchte müssen entfernt werden, damit der Geschmack des fertigen Weins später nicht leidet.
Insgesamt über 20 Weinfreunde aller Altersstufen (von Kindern bis zur Ü70-Fraktion) hatten sich als Erntehelfer am Weinberg eingefunden. Zum Glück hatte der Wettergott ein Einsehen, denn es blieb den ganzen Tag trocken bei angenehmen Temperaturen.
Zunächst einmal ging es natürlich darum, die Weinstöcke von den Trauben und die Trauben von den faulen Beeren zu befreien. Hier waren die meisten Helfer im Einsatz.


Weinfreunde bei der Lese an den Weinstöcken
Auch die Kinder halfen bei der Ernte – und hatten ihren Spaß dabei.


Unmittelbar danach wurde das Lesegut in den Weinkeller gebracht und dort gemaischt.


Bereits um die Mittagszeit waren drei Tonnen mit Maische gefüllt – und es war noch kein Ende in Sicht.
Aber vorher gab es erst einmal eine Mittagspause. Weinfreundin Renate Seitz hatte eine kräftige Linsensuppe mit Rindswürstchen gekocht und sorgte für die Versorgung der Helfer.


Nicht allzu lange nach der Mittagspause war die Erntearbeit im Weinberg beendet. Danach gab es für die Helfer noch Kaffee und Kuchen.
Doch im Weinkeller gab es – wie jedes Jahr – noch einiges zu tun: Nachdem die Maische zwei bis drei Stunden in ihrer Tonne gestanden und geruht hatte, ging es an das Pressen. Dabei gab es die beachtliche Menge von 370 Litern Most mit einem Mostgewicht von 87° Öchsle, was beides für Neudorfer Verhältnisse einen guten Wert darstellt.


Das Pressen der Maische zog sich noch bis in die späten Abendstunden hin.
Auf dem Heimweg entstand dieses tolle Foto:

Bereits einen Tag vor der Weinlese war eine Maischeprobe erstellt worden, die am Lesetag von einem Mitglied der Weinfreunde nach Hahnheim ins befreundete Weinlabor Ruzycki gebracht und dort analysiert wurde. Aus den Ergebnissen der Analyse ergibt sich die weitere Behandlung des Mostes bis zum fertigen Wein.
Zwei Tage nach der Weinlese wurde der Most in die Gärgefäße umgefüllt und darf jetzt den größten Teil des Fruchtzuckers in Alkohol umwandeln, engmaschig überwacht von den beiden Kellermeistern der Weinfreunde.
Wenn nicht Gravierendes mehr schiefgeht, können sich die Weinfreunde im nächsten Jahr auf viele Flaschen guter Qualität des Neudorfer Ratzewäldchens freuen. Und bis dahin wird es auch wieder ein Etikett mit einem neuen Motiv für die Flaschen geben.
Weitere Fotos von der Weinlese 2026 gibt es in der Galerie:
